Der Unterschied zwischen Super und Super Plus – was die verschiedenen Arten von Kraftstoff ausmacht

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Der Unterschied zwischen Super und Super Plus liegt in der Oktanzahl.

Der Unterschied zwischen Super und Super Plus liegt in der Oktanzahl.

Wer mit seinem Auto, Motorrad oder Lkw eine Tankstelle in Deutschland ansteuert, hat in der Regel die Wahl zwischen Diesel und Benzin, wobei es letzteres in den Varianten Normalbenzin, Super und Super Plus gibt. Doch wie unterscheiden sich die Benzinsorten in Deutschland? Wann muss Diesel, wann Benzin getankt werden? Und welche Folgen hat das falsche Tanken für den Motor? All diese Fragen beantwortet der folgende Artikel.

Welche Kraftstoffarten Tankstellen verkaufen?

In den am Markt verfügbaren Fahrzeugen sind verschiedene Motoren verbaut, die in ihrer Funktionsweise voneinander abweichen. Während Dieselmotoren auf Dieselkraftstoff angewiesen sind, arbeiten Ottomotoren mit Benzin wie Super 95, Super Plus oder E10. Doch was bedeutet diese Zahl?

Motorenbenzin, umgangssprachlich auch als Sprit bezeichnet, besteht aus Kohlenwasserstoffen, deren Zusammensetzung in den verschiedenen Treibstoffarten variiert. Entscheidend ist das Verhältnis zwischen Iso-Oktan (Oktanzahl von 100) und n-Heptan (Oktanzahl von 0). Die Ziffer hinter dem Super-Kraftstoff gibt an, wie klopffest das Benzin ist, also wie gut es verbrennt und wie leistungsfähig es ist. Als Maß dient hierzulande häufig die ROZ – die Research-Oktanzahl, die im Rahmen einer normierten Methode (DIN EN ISO 5164) identifiziert wird.

Super bleifrei gibt es als Bezeichnung in der EU heute fast gar nicht mehr. Die Verbleiung von Benzin ist seit 2000 verboten.

Super bleifrei gibt es als Bezeichnung in der EU heute fast gar nicht mehr. Die Verbleiung von Benzin ist seit 2000 verboten.

Welche Mindestanforderungen ein Fahrzeug an den Kraftstoff stellt, gibt der Hersteller vor. Wurde der Tank mit Sprit von zu geringer Oktanzahl betankt, kann es im Motor beginnen zu klopfen. Diese Reaktion entsteht aus der unkontrollierten Verbrennung bzw. Verpuffung, welche den Motor nachhaltig schädigen kann. Greifen Sie deshalb sicherheitshalber lieber zur teureren Variante – sofern Ihr Fahrzeug diese verträgt. Auf Dauer schonen Sie so Ihren geliebten fahrbaren Untersatz.

Welche Benzinsorten gibt es?

  • Normalbenzin: Hierbei handelt es sich um Benzin mit einer ROZ von 91.
  • Super 95/Benzin 95: Dieser Treibstoff verfügt über eine Mindestoktanzahl von 95. Es ist für jedwedes Benzinfahrzeug geeignet und darf maximal fünf Prozent Ethanol enthalten.
  • Super (95) E 10: Wer zu diesem Kraftstoff greift, tankt sein Fahrzeug mit 95iger Oktan Super-Benzin, dem zehn Prozent Ethanol zugesetzt sind. Dieser sogenannte Biosprit, hergestellt aus pflanzlichen Materialien, wird beigemengt, um den Schadstoffausstoß an Kohlendioxid zu vermindern. Doch Achtung: Nicht jedes Auto verträgt die Beimischung. Bevor Sie sich entschließen zum Zapfhahn zu greifen, lesen Sie im Handbuch nach oder fragen Sie Ihren Autohändler.
  • Super bleifrei/Super bleifrei 95: Auch dieser Treibstoff enthält mindestens eine ROZ von 95. In der Europäischen Union (EU) ist der Zusatz eher seltener zu finden, da die Verbleiung seit dem Jahr 2000 verboten ist und der Zusatz „bleifrei“ deshalb kaum noch verwendet wird. Unter anderem Super-Benzin wurden in der Vergangenheit bleihaltige Klopfschutzmittel zugefügt, um die Verbrennung zu optimieren.
  • Super Plus: Benzin Super Plus verfügt über 98 Oktan und ist damit klopffester als alle anderen aufgeführten Benzinsorten. Es enthält ebenfalls maximal fünf Prozent Ethanol. Super Plus tanken können alle Benzinfahrzeuge ohne Probleme.
  • Premiumkraftstoffe: Tankstellen wie Aral und Shell bieten Treibstoffe wie „V-Power“ und „Ultimate 100“ an. Diese weisen Oktanwerte von 100 und mehr auf und versprechen, besonders verbrauchsarm und umweltverträglich zu sein, weshalb entsprechend tief in den Geldbeutel gegriffen werden muss. Der ADAC beurteilt diese teils mit Additiven versetzten Super-Kraftstoffe jedoch überwiegend als nutzlos. Er gibt zu bedenken, dass die technische Ausstattung der meisten Fahrzeuge Werte, die über der Super Plus Oktan-Zahl von 98 liegen, gar nicht verwerten können. Durch das Tanken des hochpreisigen Sprits gewinnen Verbraucher also nichts.

Der Wirbel um Super E10

Benzin statt Diesel tanken? Keine gute Idee. Teure Schäden drohen.

Benzin statt Diesel tanken? Keine gute Idee. Teure Schäden drohen.

Mit der Einführung des neuen Bio-Kraftstoffs im Jahr 2011 entstanden bei Verbrauchern viele Fragen. Der Ottokraftstoff, der zwischen fünf und zehn Prozent Bioethanol enthält, wurde auch deshalb so kritisch diskutiert, da viele Fahrer befürchteten, dass der Motor ihres Fahrzeugs mit der Beimischung nicht umgehen könne.

Hinzu kamen Zweifel aufgrund des erhöhten Verbrauchs an Treibstoff. Obwohl Experten darauf hinwiesen, dass lediglich für Altfahrzeuge ein Risiko bestünde, griffen viele Fahrer lieber zu Benzin Super Plus, um potenziell durch das Ethanol verursachte Schäden an Kunststoffen, Bestandteil von Dichtungen, Schläuchen und dem Kraftstoffsystem zu vermeiden.

Das Ethanol aus der Gruppe der Alkohole, ebenfalls als Ethylalkohol bekannt, wird in Deutschland vorwiegend aus Zuckerrüben oder Getreide gewonnen. Grundsätzlich eignen sich jedoch auch Holz, Kartoffeln und die Honigpalme zu seiner Herstellung, die dazu fermentiert und destilliert werden. Mit Hilfe von Enzymen oder Hefepilzen werden die Kohlenhydrate vergoren.

Welche Folgen drohen durch das falsche Tanken?

Ob durch Unachtsamkeit oder Unwissen, mitunter kommt es dazu, dass an der Tankstelle statt Diesel Super Plus-Benzin getankt wurde oder anders herum. Ist das Malheur erstmal passiert, fragen sich viele: Was hat das für Auswirkungen? Muss ich gravierende Schäden erwarten?

Wer mit seinem Diesel-Fahrzeug fälschlicherweise zu Benzin griff, sollte – auch bereits bei eher geringen Mengen – unbedingt vom Fahren absehen. Die weiteren Schritte führt die Betriebsanleitung auf. Grundsätzlich ist das Anlassen zu vermeiden, da erhebliche Motorschäden verursacht werden können. Wie stark diese ausfallen, hängt von der Motortechnik ab. Während bei einigen eventuell bereits das Abpumpen des kompletten Tankinhalts helfen kann, ist bei Direkteinspritzern die Erneuerung des kompletten Einspritzsystems vonnöten. Hierdurch entstehen schnell Kosten in vierstelliger Höhe.

Was ist, wenn Super E5 statt Super E10 getankt wurde? Da E5 in den meisten Benzin-Kraftstoffen beigemengt ist, ergibt sich beim Falschtanken kein Schaden am Fahrzeug. Sie können beruhigt weiterfahren.

Und was passiert bei E10 im Tank? Befindet sich Ihr Auto oder Motorrad auf der Verträglichkeitsliste, müssen Sie keine negativen Folgen befürchten. Ist dies nicht der Fall, drohen empfindliche Schäden. Der Allgemeine Deutsche Automobil Club (ADAC) empfiehlt unter solchen Umständen, das Fahrzeug schnellstmöglich mit einer ethanolarmen Kraftstoffart – im Idealfall Super Plus – zu befüllen, um das Mischverhältnis wieder entsprechend der Herstellervorgaben zu beeinflussen. Fällt der Irrtum erst später auf, ist auch hier Abpumpen das Mittel der Wahl.

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