Pöl (Pflanzenöl) tanken – Alternativer Kraftstoff für Dieselfahrzeuge

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Mit Rapsöl Auto fahren und sparen: Nach einem Umbau ist das möglich.

Mit Rapsöl Auto fahren und sparen: Nach einem Umbau ist das möglich.

Die Bedeutung alternativer Kraftstoffe nimmt immer weiter zu. Zum einen ist es wichtig, dass Alternativen für den endlichen Rohstoff Erdöl gefunden werden, damit wir auch in Zukunft mobil bleiben können.

Zum anderen stehen natürlich auch Aspekte bezüglich des Umweltschutzes im Vordergrund.

Für den Verbraucher ist ein weiterer Punkt nicht zu unterschätzen, nämlich der Preis. Mit Blick auf die relativ hohen Kosten für Kraftstoffe werden günstige Alternativen – beispielsweise das Autogas – immer beliebter.

Da hört sich folgender Gedanke doch geradezu verlockend an: Ganz herkömmliches Pflanzenöl tanken und unbeschwert losfahren. Und tatsächlich gibt es Fahrzeuge, die genau das können.

Bezüglich dieser eher unbekannten Art des Kraftstoffs ergeben sich jedoch viele Fragen. Wofür steht die Abkürzung Pöl? Welche Arten von Öl können benutzt werden? Kann ich Rapsöl oder Sonnenblumenöl tanken? Bekomme ich in Deutschland Pöl an Tankstellen? Diese und weitere Fragen sollen im folgenden Ratgeber beantwortet werden.

Welche Pflanzenöle eignen sich als Kraftstoff?

Grundsätzlich eignen sich viele verschiedene Pflanzenöle – kurz Pöl genannt – als Kraftstoff für Dieselmotoren. In Deutschland wird meist Rapsöl benutzt, doch Sie können auch Sonnenblumenöl (herkömmliches Salatöl) tanken.

Pöl als Ersatz für Dieselkraftstoff

Bei der Verwendung von Pöl wird etwa 50% weniger Ruß ausgestoßen als bei herkömmlichem Diesel.

Bei der Verwendung von Pöl wird etwa 50% weniger Ruß ausgestoßen als bei herkömmlichem Diesel.

Für den Betrieb mit Pöl ist nicht jedes Dieselfahrzeug geeignet. Das liegt daran, dass das Öl (z.B. Rapsöl) über eine größere Viskosität als herkömmlicher Dieselkraftstoff verfügt.

Pöl ist im Vergleich also zähflüssiger. Des Weiteren ist die Zündwilligkeit schlechter. Aus diesen Gründen muss der Motor an das Pöl angepasst werden, es sind also Umbauten am Auto nötig.

Pöl-Umbau – Was ist zu beachten?

Bei einer Pflanzenöl-Umrüstung kann zwischen zwei Arten unterschieden werden:

  • Ein-Tank-System: Bei dieser Form der Pöl-Umrüstung wird das Auto ausschließlich mit dem alternativen Kraftstoff betrieben. Es wird kein Dieselkraftstoff für den Startvorgang benötigt, dafür ist jedoch eine Erwärmung des Öls notwendig. Außerdem müssen bei dieser Form der Pflanzenöl-Umrüstung meist Veränderungen an den Einspritzdüsen und den Glühkerzen vorgenommen werden.
  • Zwei-Tank-System: Hier wird ein kleiner, zusätzlicher Tank eingebaut, der mit Diesel betankt wird. Dieser wird zum Start des Motors benötigt. Ist die Betriebstemperatur erreicht, wird die Kraftstoffzufuhr auf Pöl umgestellt.

Ob und auf welche Art Ihr Fahrzeug für die Pöl-Umrüstung geeignet ist, können Sie beim Hersteller erfragen. Auch eine Fachwerkstatt kann Ihnen hilfreiche Tipps geben. Denken Sie auch daran, dass der Umbau zum Pflanzenölmotor meist vom TÜV abgenommen werden muss.

Unterschiede zwischen Pöl und Biodiesel
Verwechseln Sie nicht Biodiesel und Pöl! Hierbei handelt es sich um unterschiedliche Kraftstoffe. Biodiesel wird zwar aus Pflanzenölen hergestellt, wird aber in einem chemischen Prozess verändert und damit in seinen Eigenschaften dem Diesel angepasst.

Bekomme ich Pflanzenöl an der Tankstelle?

Pöl ist an Tankstellen nur selten zu finden.

Pöl ist an Tankstellen nur selten zu finden.

Rapsöl an Tankstellen zu finden, ist meist ein schwieriges Unterfangen. Nur an wenigen Orten können Sie Pöl direkt kaufen.

Einfacher ist es, wenn Sie sich eine eigene Tankstelle einrichten. Sie können einen eigenen kleinen Kunststofftank aufstellen und aus diesem das Pöl tanken.

Seit dem Jahr 2008 wird der Kraftstoff Pflanzenöl für das Auto besteuert. Aus diesem Grund dürfen Sie kein Salatöl aus dem Supermarkt verwenden. Tun Sie dies doch, können Sie wegen Steuerhinterziehung belangt werden.

Pflanzenöl (Pöl) tanken: Welcher Preis fällt an?

Lange Zeit konnten Verbraucher, die Pflanzenöl tanken, vom günstigen Preis profitieren. Doch seit Januar 2008 wurde der Steuersatz für Pöl gemäß dem neuen Energiesteuergesetz sukzessive angehoben. Seit 2012 liegt der Steuersatz bei 45 Cent pro Liter. Für normalen Dieselkraftstoff fallen 47,04 Cent pro Liter an. Der Preisvorteil beim Pflanzenöl nimmt damit ab.

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