Falsch getankt – Was kann passieren?

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Schaut man nicht richtig hin, hat man schnell falsch getankt.

Schaut man nicht richtig hin, hat man schnell falsch getankt.

Es ist die Horrorvorstellung vieler Autofahrer: Kaum hat man einen Moment nicht aufgepasst, schon hat man falsch getankt. Viele wissen jedoch nicht, wie sie sich in einer solchen Situation verhalten müssen.

Was passiert aber, wenn man falsch tankt? Was passiert bei Benzin im Dieselmotor? Wie müssen Sie sich verhalten, wenn Sie eine Falschbetankung bemerken? Welche Kosten kommen auf Sie zu? All diese und weitere Fragen werden im folgenden Ratgeber zum Thema „Falsch getankt“ beantwortet.

Gründe für das Falschtanken – Unwissenheit und Unachtsamkeit

Dass Autofahrer falsch tanken, kommt häufiger vor, als man gemeinhin annimmt. So zählte der ADAC im Jahr 2012 etwa 5000 Fälle einer Falschbetankung. Wie kann es aber überhaupt dazu kommen, dass falsches Benzin getankt wird?

Viele Autofahrer sind zum einen unachtsam, sind vielleicht in Gedanken und merken deshalb nicht, dass sie ihr Auto falsch getankt haben. Ein weiteres Problem liegt an den Zapfsäulen an sich. Früher gab es meist eigene Zapfsäulen für Diesel und Benzin, heutzutage finden sich beide Sorten häufig an der gleichen Zapfsäule. Wer dort nicht richtig aufpasst, hat schnell Benzin oder Super statt Diesel – oder andersherum – getankt.

Außerdem lassen sich viele auch von den immer neuen Produktbezeichnungen für spezielle Premiumkraftstoffe verwirren, die teils sowohl für Benzin als auch für Diesel verwendet werden. Auch sind die auf den Zapfpistolen angebrachten Werbeaufkleber meist größer als die Sortenbezeichnung, so dass man schon genau hinschauen muss, damit nicht falscher Kraftstoff getankt wird.

Wer falsch getankt hat, muss einen Motorschaden befürchten.

Wer falsch getankt hat, muss einen Motorschaden befürchten.

Die dickere Zapfpistole beim Diesel soll verhindern, dass kein Diesel im Benzinmotor landet. Bei der Befüllung von Reservekanistern kann es jedoch passieren, dass falsch getankt wird. Die Zapfpistole für Benzin hingegen passt in vielen Fällen auch in die Einfüllstutzen bei Dieselfahrzeugen. So kann schnell versehentlich statt Diesel Benzin getankt werden.

Auch wer mit einem fremden Auto unterwegs ist, beispielsweise mit dem Fahrzeug eines Freundes oder einem Mietwagen, kann Probleme bekommen. So kann es häufig vorkommen, dass der Tankdeckel nicht ausreichend oder gar nicht beschriftet ist und sich so nicht feststellen lässt, welchen Kraftstoff der Wagen benötigt.

Falsch getankt – Welche Folgen kann das haben?

Wenn Sie falschen Sprit getankt haben, kann dies gravierende Folgen haben. Im schlimmsten Fall droht ein Motorschaden. Aber auch wenn es nicht so weit kommen sollte, werden teure Reparaturen am Einspritzsystem nötig. Hierzu gehört der Austausch der Kraftstoffleitungen, der Hochdruckpumpe, des Tanks sowie der Injektoren.

Auto falsch getankt: Vollkasko oder Haftpflicht – Wer springt ein?
In den meisten Fällen springt bei einer Falschbetankung keine Versicherung ein. In der privaten Haftpflichtversicherung sind Schäden ausgeschlossen, die mit dem Betrieb eines Kfz in Zusammenhang stehen. Und auch die Vollkaskoversicherung übernimmt meist nicht die Kosten, da es sich um einen nicht versicherten Betriebsschaden handelt. Denken Sie also daran: Wurde falsch getankt, müssen die Kosten selbst getragen werden.

Falsch getankt – Was tun?

Egal ob Sie Benzin in einen Diesel getankt haben oder andersherum, folgende Regeln sind grundsätzlich einzuhalten, wenn Sie keine schweren Schäden an Ihrem Auto hervorrufen möchten:

  • Merken Sie schon während des Tankvorgangs oder kurz danach, dass Sie falsch getankt haben, so dürfen Sie den Motor auf keinen Fall starten. Es ist nötig, das Kraftstoffsystem zu reinigen. Dies geschieht entweder durch das Abpumpen des Kraftstoffs – ein Service, der von vielen Notdiensten angeboten wird – oder durch den Ausbau des Tanks in einer Werkstatt.
  • Haben Sie den Motor bereits gestartet und womöglich schon einige Meter zurückgelegt, so müssen Sie an sicherer Stelle anhalten und den Motor so schnell wie möglich ausstellen. Informieren Sie sich in der Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs, wie Sie vorzugehen haben, oder kontaktieren Sie eine Werkstatt. Je nachdem welche Mengen an falschem Sprit getankt wurden und um welches Fahrzeug es sich handelt, können Sie entweder langsam bis zur nächsten Werkstatt weiterfahren oder müssen abgeschleppt werden. Nähere Informationen hierzu folgen im nächsten Abschnitt unseres Ratgebers.

Dieselfahrzeug mit Benzin betankt – So gehen Sie vor

Wer Super in ein Fahrzeug mit Dieselmotor getankt hat, muss mit Schäden rechnen.

Wer Super in ein Fahrzeug mit Dieselmotor getankt hat, muss mit Schäden rechnen.

Wenn Sie falsch getankt und Benzin oder Super statt Diesel im Tank haben, so gilt auch hier der Grundsatz, dass Sie den Motor nicht anlassen oder sofort anhalten und den Motor ausstellen sollten.

Handelt es sich bei Ihrem Fahrzeug um einen älteren Diesel und haben Sie nur eine geringe Menge Benzin getankt, so müssen Sie meist keine schlimmeren Folgen erwarten. Füllen Sie wenn möglich den Tank mit Diesel auf, damit der prozentuale Anteil des Benzins verringert wird. Beträgt dieser jedoch mehr als zehn Prozent, so muss der Inhalt des Tanks abgepumpt werden.

Benzin oder Super im Dieseltank – Das schadet doch nicht, oder?
Viele Dieselfahrer denken, dass Benzin im Diesel nicht schadet. Vor allem im Winter soll dies ein gutes Mittel sein, um das Fließverhalten des Kraftstoffs zu verbessern. Damit soll dem sogenannten „Versulzen“ vorgebeugt werden. Dazu kommt es, wenn sich bei niedrigen Temperaturen Paraffinkristalle im Diesel bilden, die dessen Fließeigenschaften verschlechtern und im schlimmsten Fall den Kraftstofffilter verstopfen. Spezieller Winterdiesel ist jedoch für kalte Temperaturen ausgelegt und versulzt weniger schnell. Dieser reicht in Deutschland meist völlig aus.

Haben Sie jedoch einen neueren Wagen mit modernem Dieselmotor mit Benzin getankt, so können schon kleine Mengen zu gravierenden Schäden führen. Der Inhalt des Tanks muss ausgepumpt werden. Außerdem muss das gesamte Kraftstoffsystem gereinigt werden. In manchen Fällen ist auch der Austausch des Einspritzsystems nötig – ein teurer Vorgang. Haben Sie also falsch getankt und Benzin statt Diesel verwendet, kommen Kosten auf Sie zu, die bis zu mehrere tausend Euro betragen können. Das gleiche trifft zu, wenn Sie Super statt Diesel getankt haben.

Diesel statt Benzin getankt – Das müssen Sie tun

Haben Sie falsch getankt und Diesel statt Benzin genommen, so sollten Sie den Motor gar nicht erst starten oder, wenn Sie bereits losgefahren sind, sofort anhalten und den Motor ausstellen. Fragen Sie eine Werkstatt oder den Hersteller, wie Sie am besten weiter vorgehen. Bei manchen Fahrzeugen ist es möglich, je nachdem wie viel Diesel in den Benziner getankt wurde, vorsichtig weiterzufahren. Wann immer die Möglichkeit besteht, sollte Benzin nachgefüllt werden, um den Dieselanteil zu verringern. Ist der Anteil vom Dieselkraftstoff zu hoch, so muss auch hier der Tank ausgepumpt werden, um Schäden am Motor zu verhindern.

Benzin statt Super getankt – Das ist zu tun

Haben Sie falsch getankt, übernimmt die Versicherung nicht die Kosten für nötige Reparaturen.

Haben Sie falsch getankt, übernimmt die Versicherung nicht die Kosten für nötige Reparaturen.

Haben Sie sich an der Zapfsäule vergriffen und Normalbenzin statt Super getankt, so sind in den meisten Fällen keine schweren Schäden zu befürchten. Wenn Sie darauf verzichten, den Motor stark zu belasten – also beispielsweise nicht stark beschleunigen und keinen schweren Anhänger ziehen – so kann auf das Auspumpen des Tanks zumeist verzichtet werden.

Moderne Ottomotoren sind mit Sensoren ausgestattet, die es bemerken, wenn ein minderwertiger Kraftstoff verwendet wird. In solch einem Fall wird automatisch die Leistung reduziert, was vor Motorschäden schützt.

Weitere Falschbetankungen und mögliche Folgen

Wer Super Plus statt Super getankt hat, muss keine Schäden befürchten. Die Unterschiede zwischen Super Plus und Super sind gering. Super Plus ist hochwertiger als normales Super und damit für den Motor nicht schädlich.

Haben Sie E10 statt Super getankt, so müssen Sie sich meist keine Sorgen machen. Rund 90 Prozent der Autos mit einem Benzinmotor können problemlos E10 tanken. Gehört Ihr Auto jedoch zu den restlichen 10 Prozent, die E10 nicht vertragen, sollten Sie auch hier das Auspumpen des Tanks veranlassen, wenn es sich um eine größere Menge von falschem Kraftstoff handelt. Ansonsten droht im schlimmsten Fall ein Motorschaden.

Verträgt mein Auto E10?
Wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihr Auto E10 verträgt, so können Sie dies auf der E10-Liste der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) GmbH nachschauen. Diese finden Sie als kostenlose PDF-Datei im Internet.

Fazit

Sie sollten an der Zapfsäule immer sehr achtsam sein, damit nicht irrtümlicherweise Diesel in einen Benziner oder Benzin in ein Dieselfahrzeug getankt wird. Schwere Folgen, schlimmstenfalls ein Motorschaden, sind zu befürchten. Haben Sie falsch getankt, springt die Versicherung nicht ein. Haben Sie also beispielsweise Benzin statt Diesel getankt, kommen hohe Kosten auf Sie zu.